Almost

Wojciech Czaja

100 Städte in Wien

Leseprobe

Was macht ein Reisender, wenn er nicht reisen kann? Er reist trotzdem. Wojciech Czaja setzte sich im Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 aus Frust auf die Vespa und begann, seine Heimatstadt Wien zu erkunden. Er fuhr in versteckte Gassen, unbekannte Grätzel und fernab liegende Adressen am Rande der Stadt – und fand auf diese Weise unzählige Orte, die ihn an fremde Städte und internationale Metropolen erinnerten: Havanna am Praterstern, Paris in der Barnabitengasse, New York in der Grinzinger Straße, Konstantinopel im Böhmischen Prater und sogar Atlantis, nur einen Steinwurf vom Schloss Schönbrunn entfernt. Zum Beweis machte er Schnappschüsse mit dem Smartphone. Die fotografische Erzählung »Almost« ist Ausdruck von Fernweh und Sehnsucht nach der Fremde. Und es ist die überraschende empirische Erkenntnis, dass dieser Hunger manchmal in einem Radius von zehn Kilometern gestillt werden kann.

In der Knödelhüttenstraße in Hütteldorf habe ich La Motte in der Bretagne fotografiert. Blickt man ein paar Millimeter weiter, hat sich das Bild schon gewandelt und man ist ganz woanders, vielleicht in Wales, vielleicht in Schottland.

Wojciech Czaja im Gespräch mit Anna Soucek

Wojciech Czaja, »Almost. 100 Städte in Wien«
Originalausgabe
Mit einem Vorwort von Peter Stuiber
232 Seiten, 100 Farbabbildungen, Flexcover, Fadenheftung
€ 20,– inkl. MwSt
ISBN 978-3-902951-56-4
Erscheint Anfang Dezember 2020


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